Handlungsempfehlung nach der Aufstellung

Als Aufsteller aber auch als Statist bei einer systemischen Aufstellung werden interessante Prozesse durchlebt und viele Antworten gefunden. Meist treten aber auch neue Fragen auf, die dazu anregen sollen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um gute Lösungsansätze für Veränderungen zu entwickeln.

Bei unserer Arbeit mit dem Werkzeug "Systemische Aufstellung" sehen wir immer wieder, dass Teilnehmer an sich selber eine zu hohe Erwartungshaltung haben. Dies führt dazu, dass versucht wird mit Druck "auf die Schnelle" eine Veränderung zu erzwingen. Aber gerade das führt in eine Sackgasse. Unser Inneres weiß sehr genau, was als Nächstes an der Reihe ist. Vertrauen Sie deshalb ganz auf die Kompetenz Ihrer Psyche und gehen Sie nach dem heutigen Prozess gelassen Ihren Weg weiter. Ihr Körper und Ihre Seele versuchen sowieso jede Sekunde Ihres Lebens Sie gesund zu halten und für Ihr Wohlbefinden zu sorgen. Wichtig ist nur, dass Sie auf die "Sprache" Ihres Körpers horchen und ungute Gefühle oder körperliche Symptome als Botschafter sehen, dass weitere Veränderungen in Ihrem Leben und in Ihrem Verhalten notwendig sind.

Wir erleben auch immer wieder, dass Teilnehmer nach dem Aufstellungstag Angehörige zu Hause mit dem Erlebten konfrontieren und womöglich sogar drängen, sofort etwas in ihrem Verhalten zu verändern, weil sie es bei der Aufstellung "so gesehen haben". Aber gerade das ist extrem kontraproduktiv, da der Partner, die Eltern, das Kind oder andere Angehörige damit heillos überfordert sind. Sie waren ja selber nicht dabei und kennen dadurch die Zusammenhänge überhaupt nicht. Dies führt oft zu einer tiefen Verwirrung und mit Recht zur Ablehnung gegenüber systemischen Aufstellungen.
Die Lösung liegt auch meist nciht "im großen Paukenschlag", sondern im Abarbeiten vieler kleiner Schritte. Aber gerade das macht unser Leben ja so lebenswert!

Was sollten Sie nach einer Aufstellung also tun - egal, ob Sie als Statist oder als Aufsteller in den Prozess involviert waren:

1. Analysieren Sie in Ruhe das Erlebte und beobachten Sie Ihre Reaktionen - und womöglich die von Anderen - ohne sofort aktiv einzugreifen.

2. Nehmen Sie eine Nachbegleitung in Anspruch, wenn drängende Fragen bleiben oder neue belastende Probleme auftauchen.

3. Klagen Sie auf keinen Fall irgendwelche Angehörige an, weil sie so schwach waren, etwas nicht wissen oder irgendwelche Fehler gemacht haben. Meist haben auch sie aus dem System heraus gehandelt!

4. Versuchen Sie nicht irgendetwas oder irgendjemanden zu reparieren, sondern vertrauen Sie auf die "Heilkraft" des Systems!
 
 
 
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