Ergebnis der Befragung von Teilnehmern von 2003 - 2009

Familien-, System- und Organisationsaufstellungen – das positive Urteil der Klienten bestätigt die Effizienz dieser Methode zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung

Die Wirksamkeit der systemischen Aufstellungsarbeit wird oft unterschätzt. Dies zeigte sich bei der Befragung von Kunden, die in den letzten sieben Jahren als Betroffene oder Statisten an einer Aufstellung in unserem Institut teilgenommen haben. Ein wesentliches Motiv für die Befragung war, dass es bisher kaum Forschungsergebnisse zur Nachhaltigkeit der Aufstellungsarbeit gibt, Klienten aber vor einer Aufstellung gerade die Nachhaltigkeit in Frage stellen.

Unser Institut führt seit 2002 regelmäßig Aufstellungsseminare mit dem anerkannten Aufstellungsleiter Martin Fuhrberg durch. Es erschien uns, angesichts der anhaltenden Diskussion über Aufstellungsarbeit sinnvoll, diese Arbeit zu evaluieren.

Seit 2002 haben mehr als 10.000 Personen ein Aufstellungsseminar bei uns besucht. Im nachfolgenden Bericht werden zunächst der Rahmen und die Arbeitsweise der Seminare sowie die Durchführung der Befragung beschrieben. Anschließend werden die Ergebnisse zusammenfassend präsentiert und die Klientenaussagen erläutert. Der Bericht schließt mit Anregungen und weiteren Ideen, die auf Grund dieser Evaluation entstanden sind.

Organisatorischer Rahmen und Arbeitsweise der systemischen  Aufstellungsarbeit
Die Seminare finden zweimal im Monat statt. Neben dem Gruppenraum stehen eine Küche, ein kleiner Pausenraum und ein erholsamer Garten zur Verfügung. Während der Seminare finden keine anderen Veranstaltungen im Haus statt, das den maximal 12 Teilnehmern somit exklusiv zur Verfügung steht. Dies garantiert allen einen vertrauten und anonymen Rahmen.
Zu Beginn des Seminars ermöglicht der Seminarleiter mit einer geführten Meditation allen, dass sie gut im Raum “ankommen”. Das Seminar beginnt in der Regel mit einer Einstiegsrunde, in der die Teilnehmer sich und ihre Motivation für das Seminar kurz vorstellen. Oft haben Anwesende noch keine Erfahrungen mit Aufstellungsarbeit, deshalb werden bei der Einführung kurz das Vorgehen und für das Verständnis wesentliche Theorieteile, wie die so genannten Grunddynamiken und Ordnungsprinzipien der Aufstellungsarbeit, erläutert.
Im zweiten Schritt bringen die Teilnehmer ihr Anliegen vor und beschreiben, mit welchem guten Ergebnis sie gerne nach Hause gehen würden. Der Seminarleiter klärt dabei genau ab, wie eine klare, lösungsorientierte Ausrichtung aussehen könnte, und erörtert gemeinsam mit den Teilnehmern Besonderheiten im Familien- bzw. Firmensystem.
Bei der eigentlichen Aufstellung nehmen der Betroffene selbst und die Statisten, die Elemente im System des Betroffenen repräsentieren, Positionen im Raum ein. Vereinfacht dargestellt, erhellen die dann von allen Teilnehmern abgegebenen Schilderungen, wie es ihnen an ihren Positionen ergeht, bisher verborgene Aspekte des Systems und helfen so bei der Suche nach Lösungsansätzen.
Dabei achtet der Aufstellungsleiter genau darauf, welche Lösungen für den Klienten hilfreich sind. Erfahrungsgemäß tauchen oft unerwartet Themen auf, die der Klient noch nicht anschauen will bzw. die noch nicht “reif” zum Bearbeiten sind. Gerade hier ist es notwendig, äußerst sensibel vorzugehen, um nicht ein Thema an- bzw. aufzureißen, das die Befindlichkeit des Klienten schwächt statt stärkt.
Das Erkennen dieser Dynamiken ist eine der Kompetenzen, welche die Teilnehmer an Martin Fuhrberg sehr schätzen. Das erklärt auch die hohe Zufriedenheit mit dem Aufstellungsleiter, die sich in der Befragung ergeben hat.
Eine Aufstellung dauert in der Regel 1 bis 3 Stunden. Danach wird jeder Teilnehmer einzeln zu seiner aktuellen Befindlichkeit befragt. Jeder hat also die Möglichkeit, sich über seinen inneren Prozess bei der jeweiligen Aufstellung zu äußern.
Das Vorgehen bei einer Aufstellung ergibt sich meist aus dem Vorgespräch. Oft wird aber erlebt, dass die Lösungen sowohl bei Familien- als auch bei Organisationsthemen ganz woanders liegen, als im Anliegen geäußert wurde. Gerade weil oft unbewusste Dynamiken sehr stark wirken und so genannte “blinde Flecken” der eigentliche Grund für Konflikte und Belastungen sind, erweist sich die Aufstellungsarbeit als hilfreich.
Häufige Themen aus dem Familiensystem sind das Bedürfnis nach einer besseren Beziehung zu Eltern oder Geschwistern, die Bewältigung einer frühen Trennung von Vater und Mutter oder die Bearbeitung von Belastungen auf Grund emotionaler Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch.
Bindungen wirken über Entfernungen und Zeiten hinweg, wenn sie nicht bewusst gelöst werden. Dies erklärt auch, dass Menschen, die auf einem anderen Kontinent wohnen, ebenso wie bereits Verstorbene sehr stark in einem System wirken können.
Themen aus dem Gegenwartssystem sind oft Beziehungsklärungen auf der Paarebene, das Lösen von belastenden Verhaltensmustern, Entwicklungssorgen bezüglich der Kinder oder Beruf und Gesundheit. Im organisatorischen Bereich nutzen Klienten die Aufstellungsarbeit meist zur Klärung von Konflikten am Arbeitsplatz, aber auch bei Nachfolgethemen und gruppendynamischen Prozessen kann diese Form der Arbeit sehr klärend wirken.

Eine Nachbetreuung ist sinnvoll
Nach dem Prozess kann sein, dass sich unerwartete, neue Fragen auf Grund der Aufstellung auftun. Daher bieten wir eine Nachbegleitung an. Ca. 30 % der Klienten nützen dieses Angebot – und alleine die Tatsache, dass eine Nachbetreuung jederzeit möglich ist, stärkt bei den Kunden das Vertrauen und die Sicherheit. Besonders bei Firmen und Organisationen ergeben sich bei der Aufstellungsarbeit oft neue Perspektiven, die sich sehr gut für eine darauf aufbauende Weiterarbeit eignen.
Evaluierung 2003 - 2009
Von Mai 2003 bis Dezember 2009 fanden 85 Aufstellungsseminare statt, die von mehr als 500 Personen im Alter zwischen 22 und 67 Jahren besucht wurden. Pro Seminar nahmen also im Schnitt 7 Personen, daran teil, wovon meist 2-4 Personen ein eigenes Anliegen hatten. 82 % der Personen waren weiblich, 12 % männlich. 62 Seminare waren klar auf Familienaufstellungsarbeit orientiert, 16 auf Organisationsaufstellungen. 7 Seminare befassten sich sowohl mit privaten als auch mit firmenrelevanten Themen.
Die systemische Aufstellungsarbeit für Betriebe und Organisationen hinkt also immer noch nach. Allerdings stellten wir fest, dass die Bereitschaft, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen, wächst: Viele Unternehmer und Personalverantwortliche ziehen zumindest Erkundigungen ein und nehmen z.B. mit dem “Systembrett”, einem speziellen methodischen Instrument, auch vermehrt Aufstellungen in Anspruch.
Bei Nachgesprächen hört man oft, dass die Teilnehmer von verblüffenden, meist positiven Veränderungen im Firmensystem, bei den Mitarbeitern oder bei den Kunden berichten, die sie sich selbst gar nicht erklären können.

Was machen wir bei Aufstellungen anders?
Normalerweise wird bei Aufstellungen ausschließlich das Anliegen des Klienten bearbeitet. Das kann durchaus nachhaltig wirken, allerdings abhängig von weiteren Faktoren.
Um eine wirkliche Nachhaltigkeit zu erreichen, muss man noch einen Schritt weiter gehen, sozusagen vom Detail ins Ganze. Das heißt, die Trainer arbeiten darüber hinaus, direkt mit den sogenannten Grunddynamiken unseres Lebens oder “Bewegungen des Geistes und des Herzens”.
Jeder von uns ist in diesen Lebensgrunddynamiken des “Habenwollens”, des “Ablehnens” und des “Ignorierens” gefangen. Wir tun den ganzen Tag nichts anderes: Wir wollen etwas erreichen und am liebsten nicht mehr loslassen. Wir versuchen, Menschen oder Begebenheiten von uns fernzuhalten und lehnen diese unter großen Anstrengungen ab. Wir sind auch Meister im Ignorieren und tun so, als ob es gewisse Personen oder Begebenheiten nicht gäbe. Wenn man sich selbst eingehend beobachtet, dann merkt man, wie viel vom Tun und Handeln innerhalb dieser drei Grunddynamiken liegt.
Jeder trägt diese drei Dynamiken in sich, allerdings mit einem Schwerpunkt. Man sieht auch in den Aufstellungen: Einige Klienten tendieren zum Festhalten, andere zum Ablehnen und wieder andere zum Ignorieren. Jede dieser drei Grunddynamiken zieht ihre eigenen seelischen und körperlichen Konsequenzen nach sich. Entsprechende psychische und physische Krankheitsbilder entstehen so.

In der Aufstellungsarbeit versuchen wir, neben dem Lösen des scheinbar vordergründigen Problems auch auf die Grunddynamiken einzugehen.
o    Um sich von der Dynamik des Festhaltens zu lösen, bedarf es des Loslassens.
o    Um sich von der Dynamik des Ablehnens zu lösen, bedarf es der Zustimmung.
o    Um sich von der Dynamik des Ignorierens zu lösen, braucht es Mitgefühl.

Mit jedem Teilnehmer einer Aufstellung wird auch auf der Ebene dieser Grunddynamiken gearbeitet: Hier gilt es, neben dem aktuellen Problem auch grundsätzliche Lebensmuster aufzulösen. Jeder der Aufstellungsteilnehmer lernt – je nach seinen Möglichkeiten – das Zustimmen zu dem, was war, was ist, und was sein wird. Dabei helfen dem Seminarleiter meditative Zwischenübungen vor, während und nach der Aufstellung. Somit erreichen die Klienten eine tiefere Ebene und sie kommen nachhaltig mit dem “Urgrund” des Menschen in Berührung.
Aufstellung ist die “Schau-nach-draußen”-Methode, Meditation ist die “Schau-nach-innen”-Methode. Unser Institut verbindet in der Arbeit beides.

Selbstbeobachtung und Achtsamkeitsübungen über 3 Monate

Um das neu erfahrene Wissen zu vertiefen, können die Teilnehmer an 6 weiterführenden Abenden ihre Verhaltensmuster besser kennen lernen. Ziel ist auch die eigene Achtsamkeit zu schulen um somit belastenden Verhaltensweisen schneller wahrzunehmen. Zusätzlich sorgen Meditationen und der regelmäßige Erfahrungsaustausch in der Gruppe für andere Sichtweisen. Das gibt Mut und wird als sehr unterstützend erlebt.

Öffentlichkeitsarbeit und Türöffner
Da viele Menschen dem Werkzeug der Aufstellungsarbeit mit Recht zunächst vorsichtig begegnen, bietet unser Haus - neben Kooperationsabenden mit der Volkshochschule - mehrmals im Jahr einen Informationsabend an. Außerdem dienen Vorträge in Kooperation mit der VHS,  bei gesunden Gemeinden, Gesundheitsmessen und in Firmen dazu, die Hemmschwelle zu senken.

Messinstrument Fragebogen

Bei der Gestaltung des Fragebogens wurde besonderer Wert auf Kürze, Klarheit und Übersichtlichkeit gelegt. Außerdem sollten die Seminarteilnehmer auf jeden Fall eigene Erfahrungen und Stellungnahmen zu allen Fragen äußern können. Als Antwortformat stand den Teilnehmern eine 5-stufige Skala zur Verfügung. Sie sollten in einer Abstufung von “1 = trifft voll zu”  bis “5 = stimmt nicht” Noten wie im Schulsystem vergeben. Der Freiraum darunter war für persönliche Bemerkungen vorgesehen. Dort konnten die Teilnehmer sonstige Erfahrungen und Wirkungen beschreiben. Bei den Fragen war es uns besonders wichtig, die Nachhaltigkeit der Aufstellungsarbeit zu überprüfen und die Auswirkungen auf die Person bzw. das Umfeld zu erfahren.

Durchführung der Befragung

Die Befragung fand im November 2008 statt. Insgesamt wurden 203 Personen angeschrieben, von denen 138 selber eine Aufstellung gemacht haben. Die restlichen Teilnehmer waren ein- oder mehrmalig als Statist an einer Aufstellung beteiligt. Der Rücklauf von 25 % war eine sehr gute Basis für die Auswertung.

Ergebnisse

Die Detailergebnisse kann man der unten stehenden Tabelle und dem Diagramm entnehmen. In der Auswertung sieht man, dass es im Großen und Ganzen keinen nennenswerten Unterschied ausgemacht hat, ob die Teilnehmer aktiv oder passiv an der Aufstellung teilnahmen. Das bedeutet, dass auch solche Personen von der Methode sehr profitierten, die bisher keine eigene Aufstellung in Anspruch genommen haben.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Frage 1: War die Aufstellung ein erfahrungsreicher Tag für Sie?
77 % der Befragten fanden die Teilnahme ausgesprochen erfahrungsreich. Auch die restlichen 23 % erlebten ihre Teilnahme als Bereicherung.

Frage 2: Hat der Aufstellungsleiter Ihr Anliegen zu Ihrer Zufriedenheit bearbeitet?
Die Zufriedenheit mit dem Aufstellungsleiter lag bei 100 % - worüber wir uns sehr gefreut haben!

Frage 3: Waren die Auswirkungen der Aufstellung für Sie persönlich bemerkbar?
50 % bemerkten eine sehr positive Auswirkung und weitere 44 % eine positive Auswirkung für sich selber. Lediglich 6 % bemerkten weniger oder keine Auswirkung dieser Art der Arbeit für ihre persönliche Weiterentwicklung.

Frage 4: Waren Auswirkungen der Aufstellung auf Ihr Umfeld bemerkbar?

Diese Frage war für uns deshalb so interessant, weil wir feststellen wollten, inwieweit Personen, die nicht selbst teilnahmen, vom System her aber betroffen waren, auf die Aufstellungsarbeit reagierten. Die Auswertung ergab hier, dass ein sehr hoher Prozentsatz (immerhin 80 % der Befragten) bemerkte, dass Auswirkungen auf das Umfeld mehr oder weniger bemerkbar waren. Lediglich 20 %  (mit einer Stimmenthaltung) stellten fest, dass eher keine Auswirkungen auf das Umfeld feststellbar waren.

Frage 5: War die Aufstellungsarbeit für Sie sinnvoll?
Auch hier gab es mit 73 % “volle Zustimmung” und 23 % “Zustimmung” einen über 90 %-igen Zufriedenheitsgrad. In diesem Bereich gab es keinen einzigen Teilnehmer, der diese Methode als nicht sinnvoll einstufte.

Frage 6: Empfinden Sie die Aufstellungsarbeit als nachhaltig?
Mit einer Zustimmung von 57 % als “sehr nachhaltig” und weiteren 30 % als “nachhaltig” sahen wir auch in diesem Bereich, dass fast alle Teilnehmer grundlegende und auch langfristig positive Veränderungen bzw. Verbesserungen ihrer Situation bemerkten. Nachdem viele Antworten von Teilnehmern kamen, die bereits vor mehreren Jahren ein Aufstellungsseminar bei uns besucht haben, und weil wir merken, dass viele Kunden auf Weiterempfehlung von Teilnehmern kommen, wurden wir in unserer Wahrnehmung bestätigt.

Frage 7: Würden Sie bei Bedarf wieder eine Aufstellung machen?
Auch hier antworten mehr als 90 % mit “trifft voll zu” bzw. “trifft zu”, und wiederum gab es keine einzige Nennung von “eher nicht” oder “trifft nicht zu”.

Frage 8: Erscheint Ihnen eine Nachbetreuung (Gespräch mit Aufstellungsleiter zu einem späteren Zeitpunkt) sinnvoll?
Wie schon erwähnt, raten wir bereits seit 2 Jahren unseren Klienten zu einer Nachbetreuung, die mittlerweile auch von ca. 30 % der Teilnehmer in Anspruch genommen wird. Dass die Entscheidung, eine Nachbetreuung anzubieten, richtig war, beweist auch hier das Ergebnis der Rückantworten: 90 % schätzen dieses Angebot.

Fazit
Das Vorgehen von Martin Fuhrberg und die Atmosphäre in unserem Haus werden von den Teilnehmern im hohen Maß als sehr angenehm empfunden. Die Teilnehmer können Arbeitsweise und Lösungsschritte gut nachvollziehen und kommen auch mit der Arbeitsmethode sehr gut zurecht. Viele Teilnehmer erleben die Aufstellungsarbeit als Stärkung und deutlichen Zuwachs an Lebensfreude und Optimismus. Die Wirkung der Aufstellungsarbeit im Hinblick auf familiäre Beziehungen zeigt, dass sich das Verständnis für die Situation von Familienangehörigen sehr oft verbessert. Gerade bei der Vergangenheitsbewältigung merkt man, dass Familienaufstellungen als sehr hilfreich erlebt werden.
In Organisationen und Firmen stellt man fest, dass auch hier allein das Sichtbarmachen von Problemen und Konflikten oft neue Wege für deren Bewältigung aufzeigt. Die persönliche Erfahrung in diesem Bereich ist allerdings, dass die Angst, bloßgestellt  bzw. in ein esoterisches Eck gerückt zu werden, noch sehr hoch ist.
Die vorliegenden Ergebnisse beruhen auf beinahe 7-jähriger Erfahrung im Bereich der Aufstellungsarbeit. Da die Befragung für viele Teilnehmer nach einem relativ großen Zeitabstand zum Seminar erfolgte, sind kurzfristige, euphorische Reaktionen auszuschließen. Gerade dieser Effekt wird ja von Kritikern oft unterstellt.
Die Ergebnisse belegen eine sehr hohe Zufriedenheit mit den Wirkungen sowie eine beeindruckende Nachhaltigkeit. Natürlich ersetzt diese Befragung keine wissenschaftliche Untersuchung, dazu wären Erhebungsinstrumente mit wissenschaftlichen Gütekriterien und noch genaueren Vor- und Nachher Messungen notwendig. Hierzu fehlen allerdings die finanziellen und zeitlichen Ressourcen, und das Ergebnis zeigt, dass auch durch diese einfache Art der Befragung und die daraus hervorgegangenen Rückmeldungen die positive Wirkung der Aufstellungsarbeit, sowohl im familiären Bereich wie im Firmenkontext,  klar herausgearbeitet werden konnte.
Dies motiviert, nicht nur diese Ergebnisse zu veröffentlichen, sondern auch in Zukunft dieses ausgezeichnete Instrument für die persönliche Weiterentwicklung im gesundheitlichen, familiären und betrieblichen Bereich aktiv anzubieten.

Neue Möglichkeiten bei der systemischen Aufstellung
Es gibt kein Phänomen, das nur aus sich selbst heraus existiert. Alles steht miteinander in Verbindung. Kein Gedanke, kein Wort und auch keine Handlung eines Menschen entstehen aus sich selbst heraus. Diese Phänomene entstehen vielmehr aus einer Resonanz zu dem, was sie ausmacht, was sie bedingt. Jeder Gedanke, der später zu einem Wort oder einer Handlung wird, entsteht aus der persönlichen Erfahrung aus der Vergangenheit, dem Erlebten aus der Gegenwart und der Hoffnung auf die Zukunft. Diese Wechselwirkung nennt man Dynamik. Alles ist somit in diese Dynamik eingebunden. Diese findet man überall und in jedem Bereich, egal ob es sich um ein Familiensystem handelt, ein Firmensystem oder die Persönlichkeit eines Menschen. Jede Krankheit, jedes Leid, alles was das Leben ausmacht, hat eine Ursache und eine Wirkung und ist somit Dynamik.
Auch im wirtschaftlichen Bereich – wie man derzeit bei der weltweiten Finanzkrise sieht – ist alles miteinander in Resonanz. Kein Banken-Crash und keine Insolvenz entstehen aus sich selbst heraus. Auch hier spielen die Wechselwirkungen und die damit verbundenen Dynamiken eine große Rolle.
Da auch jede Veränderung dieser Regel entspricht, kann man in der Aufstellungsarbeit Dynamiken jeglicher Art sichtbar machen. Das heißt: Aufstellungsarbeit wird zunehmend in allen Bereichen Fuß fassen, wenn erkannt wird, was für ein wunderbares Instrument man zur Problemlösung zur Verfügung hat.
Man kann feststellen, welche Dynamik erforderlich ist, um die Umwelt besser zu schützen. Man kann Beziehungen und Verbindungen in der Regional- und Nationalpolitik sichtbar machen, um zu erkennen, was zu einem harmonischen Miteinander notwendig ist. Man kann bei jeder Firmengründung schauen, welche Dynamiken wichtig sind und auf was der Unternehmer besonders achten muss, um Erfolg zu haben. Psychosomatische Symptome können genauso “aufgestellt” werden wie ungesunde Verhaltensweisen und Süchte. Man kann sozusagen bei allem, was man tut und was einen belastet, durch Aufstellungen nachsehen, was man jetzt braucht, um später ein gutes Resultat zu erlangen.
Man kann sich das Leben viel einfacher gestalten, wenn man die Verbindungen und Beziehungen zu seiner Umwelt sichtbarer macht. Man beginnt erst dann, bewusster zu leben, wenn man erkennt, wie alles miteinander zusammenhängt. Man würde dann sicher das eine oder andere nicht mehr tun oder sagen, wenn man wüsste, welche Auswirkungen es hat.
Aufstellungen sind eine hervorragende Methode, Menschen, Systeme und Organisationen zu begleiten. Durch das Sichtbarmachen der Dynamiken und Beziehungen in diesen Systemen kann man dann seine Handlungen neu überdenken.
Aufstellungen sind und werden kein Allheilmittel, aber sie sind der beste und einfachste Weg, das sichtbar zu machen, was uns alle ausmacht und verbindet.

Autor: Gottfried Huemer, Jahrgang 1960, verheiratet, 3 Kinder, 6 Enkelkinder, Diplom Lebensberater, Unternehmensberater, Wirtschafts- und Familienmediator, Inhaber und Institutsleiter, sowie Führungskräftecoach mit dem Schwerpunkt Betriebliches Gesundheitsmanagement.
 
 
 
x1x