Wirkungsweise der Systemischen Aufstellung

    zum Lösen von leidvollen oder tabuisierten Geschehnissen
•    zum Erleichtern von Belastungssituationen des täglichen Lebens
•    um menschlichen Beziehungsgeflechten wieder Stimmigkeit zu verleihen
    zum Lösen von ungesunden Verhaltensweisen (Essverhalten, Alkohol, ...)

Die systemische Aufstellung ist wohl eines der faszinierendsten Werkzeuge in der systemischen Beratung der letzten Jahre. Die Herkunftsfamilie des Klienten – also dessen wichtigste Wurzeln – aber auch seine Gegenwartsfamilie stehen dabei im Vordergrund der Reflexionen und des Aufstellungsgeschehens. Selbst Verstrickungen in Firmen und Organisationen können sehr gut sichtbar und dadurch gelöst werden.

Eine kurze Beschreibung zur Abfolge einer Systemischen Aufstellung illustriert dies:
  • Anmeldung zu einem Tages-, Abend- oder Wochenendseminars
  • Erledigung von eventuell im Vorfeld gestellten Aufgaben: Informationen einholen über jene Personen, die mögliche Beteiligte an einem unstimmigen Beziehungsgeflecht oder ungesundem Verhaltensmuster sind (wer gehört zum Familiensystem, wer wurde ausgeschlossen, wer hatte besonders schwere Schicksale, etc.).
  • Gruppenarbeit (Gruppenleiter und im Idealfall 6 bis 10 Teilnehmer): Wer aufstellen will (im Folgenden "Klient" genannt) wählt andere Gruppenteilnehmer (im Folgenden "Repräsentant" genannt) für bestimmte Personen aus seinem "System". Dazu zählen neben Mutter, Vater, Kind, Onkel, Chef, Arbeitskollegen  auch verstorbene Personen oder Platzhalter ("die Arbeitsaufgabe", "das Geheimnis", "die Einsamkeit", "die Belastung", „das Alkoholproblem“ oder „das Gewicht“).
  • Diese Repräsentanten werden zueinander in Beziehung aufgestellt, wobei der Aufstellungsplatz und die Entfernungen der Repräsentanten zueinander bereits wesentliche Informationen über das System geben. Und dann beginnt das Verblüffende: Ohne irgendetwas über jene Personen zu wissen, die sie darstellen, nehmen die Repräsentanten körperliche Empfindungen oder Gefühle der von ihnen in diesem System dargestellten Personen wahr. Durch gezielte Fragen oder Aufforderungen klärt der Aufstellungsleiter die Wahrnehmungen der Repräsentanten. Diese sind nicht Schauspieler in einer "Rolle", sondern berichten über Empfindungen. Das Erlebte kann beim Klienten starke Emotionen auslösen (Betroffenheit, Freude, Traurigkeit, ...) und führt zu einem spontan einsetzenden "Reinigungsprozess". Im optimalen Fall empfindet der Klient das Geschehen als Aussöhnung mit anderen oder mit sich selber.
  • Am Ende der Aufstellung werden dem Klienten einfache Sätze angeboten, um die neuen geschaffenen Ordnungen im System zu festigen.

Die Mischung aus Erkenntnis, Emotion und Liebe ist offensichtlich in der Lage, oft langjährige Blockaden zu lösen. Klienten berichten in hohem Übereinstimmungsgrad vom Gefühl, dass eine große Last von ihnen abgefallen ist. Die Wirkungen scheinen nachhaltig zu sein und sich auch auf andere Verstrickungen im Leben des Betroffenen positiv auszuwirken (z.B. Beziehung zu sich selber, zum eigenen Partner oder zu anderen Personen im Familien- bzw. Firmensystem).

Interessant ist, dass diese Form der Aufstellungsarbeit auch immer mehr in Firmen und Organisationen zum Sichtbarmachen und Lösen von Konflikten angewendet wird und auch hier die betroffenen Personen übereinstimmend von sehr guten Erfolgen berichten. Einer der führenden Erforscher der „systemischen Organisationsaufstellung“ ist Prof. Dr. Mathias Varga von Kibed aus Deutschland (www.syst.info).

Anmerkung: Systemische Aufstellungen werden bisweilen von "studierten" Psychologen kritisiert. Dies liegt hauptsächlich an zwei Faktoren: Zum einen, weil auch dürftig ausgebildeten Personen das Abhalten von Seminaren und Wochenendgruppen gestattet ist (und damit Scharlatanen ein Betätigungsfeld geboten wird), zum anderen, weil die Methode in wesentlichen Bereichen Phänomene auslöst, die wir – mangels rationaler Erklärungen – wohl noch als "parapsychologisch" einstufen müssen.

Tipps zur Auswahl eines Angebotes zur Systemischen Aufstellung

  • Wählen Sie ausschließlich einen Kurs, dessen Leitung eine fundierte und/oder breit gefächerte Ausbildung hat (Diplom-Lebensberater, Psychotherapeut, Mediator, Kommunikationstrainer, Konflikt-Coach, Prozessmanager etc.).
  • Beachten Sie den Hinweis des Gruppenleiters, dass Psychopharmaka, Alkohol, Drogen usw. Ausschließungsgründe für eine Teilnahme an der Systemischen Aufstellung / Organisationsaufstellung sind.
  • Teilen Sie dem Gruppenleiter unbedingt mit, falls Sie akut oder in früheren Jahren behandlungsbedürftige psychische Probleme hatten.

Unerwünschte Nebenwirkungen sind selten. Weder Klient noch Repräsentanten scheinen durch das Erlebte belastet zu werden. Es wird das Phänomen beobachtet, dass man in den Sitzungen mehr Kraft bekommt, als einem genommen wird. Ausnahme: Gelegentlich übt die Methode auf einzelne Personen eine derartige Faszination aus, dass sie sich übertrieben häufig aufstellen lassen und in der Folge mental leiden können.

Als hilfreich hat sich erwiesen, das Erlebte anschließend gemeinsam mit dem Trainer oder einem Coach seines Vertrauens zu reflektieren, um die sichtbar gewordenen Lösungen zu festigen. Auch weiterführende „Achtsamkeitsabende“ werden oft als sehr hilfreich erlebt.
 
 
 
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